Gemeindezentrum HOPFGARTEN

Die Gemeinde Hopfgarten liegt mitten in den Tiroler Alpen zwischen schroffen Kalksteinbergen auf 1107 m Höhe über dem Meer. Durch die extreme Enge des Tales vermischen sich Nähe und Ferne in Aus- und Einblicken zwischen den Häusern auf die Berge hinaus. Solch eine radikale Landschaft wirkt aber auch als formendes Element auf die vom Menschen gebaute Umgebung. Reale Kräfte der Natur wie Lawinen, Steinschlag, hoher Schneedruck und die steile Hanglage erschufen Häuser, die Schutz vor der rauen Umgebung bieten mussten. Im Entwurfsprozess des vorliegenden Projektes führte das pragmatische Akzeptieren von Randbedingungen der Landschaft und der Ortschaft überlagert mit der hybriden Bautypologie eines Mehrzweckhauses, zu einem Gebäude, das sich in den Kontext natürlicher und gebauter Umgebung vollkommen einfügt. Als Schutz vor der Lawine ist der dem Berg zugewandte Teil des Hauses in Beton ausgeführt. Durch das Knicken der Betonwand wird diese versteift und leitet den Schnee über das Gebäude. Seitens der Behörde wurde durch diese Geometrie eine deutlich geringere Drucklast vorgeschrieben als bei einer vertikalen Ausführung. Die Wand ist mit dem, im gegenüberliegenden Berg vorkommenden, Stein verkleidet. Aus dieser Schutzwand entwickelte sich die formal der restliche Baukörper, der in Holzbauweise ausgeführt ist. Durch die geneigten Fassaden sind keine Vordächer nötig, die ansonsten in diesem Klima unumgänglich sind.

Das Haus gleicht einem Findling, der auf einer Stützmauer im labilen Gleichgewicht zwischen Fallen und Verharren zur Ruhe gekommen ist.

Mikado Partner
Marianne Durig

Bauherr
Gemeinde Hopfgarten

Jahr
2004

Fotos
Paul Ott

Projektpartner
Hans-Peter Machné

Standort
Hopfgarten in Osttirol

Tragwerksplanung
DI Stephan Tagger