Besucherzentrum Schloß Belvedere

Architektonische Aspekte

Nach Betreten des lichtdurchfluteten Vestibüls durch die großzügig verglasten Eingangstore an der Prinz Eugenstrasse eröffnet sich eine Enfilade, die in ihrer Zweckdienlichkeit eines unterirdischen Zugangs unerwartet spannende räumliche Wahrnehmungen und Ausblicke bietet.

Das „Vestibül Prinz Eugen“ empfängt die Besuchenden mit einer großzügig räumlichen Geste und führt diese über eine prominente Treppe in das „rote Foyer“, während ein raffiniert gesetzes vertikales Glaselement Blick auf die Fassade des Oberen Belvederes bietet und Tageslicht liefert. Auf dieser Ebene befinden sich nun der Ticket- und Infobereich, weiter führt der Weg durch die Sicherheitsschleuse in den „silbernen Korridor“ mit Anbindung zu Garderoben und WCs. Die nun für den Museumsbesuch gerüsteten Besucher*innen schreiten über eine weitere Treppe oder Rampe in den prächtigen „kupfernen Spiegelsaal“, von wo aus man mit Rolltreppen in das Obere Belvederes gelangt. Zwei Lichthöfe, die hinter den historischen Eingangsrampen liegen, flankieren den neuen Zugang und lassen diesen durch Sichtbezüge zum Schloss Belvedere auch hier prominent inszeniert erscheinen und liefern zusätzlich natürliches Licht. Die beiden Lichthöfe sind das Herzstück des neuen Zubaus, das der gesamten unterirdischen Struktur Bezug zur „Oberwelt“ und Tageslicht verschafft, sowie auch den im Silbernen Korridor liegenden Arbeitsplätzen, dem Cockpit, natürlich belichtete und belüftete Arbeitsplätze ermöglicht.

Der kupferne Spiegelsaal lädt zum Staunen und Verweilen, zum Stöbern im attraktiven Museumsshop ein und antizpiert mit seinen vier raumbildenden Stützen die Sala Terrena des Oberen Belvederes. Der Niveauunerschied von 5 Metern zwischen Straßenniveau und kupfernem Spiegelsaal wird mit einer kaskadenartigen Raumfolge elegant bis barock inszeniert. Die Blickachsen sind dabei sowohl beim Betreten als auch bei Verlassen des Besucherzentums so ausgerichtet, daß jeweils der gesamte Raumeindruck bis zum Ende in beide Richtungen wahrgenommen werden kann. Entlang des gesamten Weges werden die vorbeigehenden Besucher*innen von einer Ausstellung auf der südlichen Seitenwand zur Geschichte des Belvederes in Form von Bildern, Schriften und Projektionen begleitet.

Mikado Partner
Andreas Mangl

Bauherr
Burghauptmannschaft

Jahr
2024

Tragwerksplanung
Büro Luggin

Projektpartner
DI Michael Lisner

Standort
Vienna

Baukosten
15 Mio