Ordination Gynäkologe
Multifunktionale Möbelwand im Gynmed Ambulatorium
Das Gynmed-Ambulatorium wurde in einem Geschoss eines Wiener Gründerzeithauses eingerichtet, wobei ungefähr 2/3 der Fläche von 380m2 für Empfang, Administration, Wartebereich und Verteilerzone verwendet wird.
Zu diesem Zweck wurde der Bestand von allen Zwischenwänden befreit und der so entstandene Großraum durch ein einziges „Möbelstück“, eine 2,10 m hohe Möbelwand strukturiert. Die Anschlüsse an das Mauerwerk erfolgen durch Oberlichten oder Glastüren um den freistehenden Charakter zu betonen, Ahornholz und gelbes Kunstleder unterstreichen das „Möbelhafte“.
Diese Möbelwand präsentiert sich bei näherer Betrachtung als äußerst komplexes und ausgeklügeltes multifunktionelles System: Neben den notwendigen Büroregalen und -schränken sind die Küchen- und Laborzeile, der Serverschrank mit erhöhten Sicherheitsanforderungen und eine Nasszelle integriert. Weiters wurden, um eine vom Bauherrn gewünschte wohnliche Atmosphäre zu erzeugen Blumennischen eingeplant und bündig eingebauten Leuchtflächen können das Ganglicht ersetzen. Die aufwändige Elektronik für das Zutrittsystem wurden ebenso untergebracht, wie sämtliche Schalter und Steckdosen, Raumthermostate und ähnliches mehr. Um vom Büroplatz den Eingang im Auge behalten zu können wurde ein ‚magisches Auge‘, eine nur in eine Richtung durchlässige Glasscheibe hinter dem Empfangspult angeordnet. Dieses Empfangspult wurde im Gegensatz zur Schrankwand als ‚Low-Tech‘ Skulptur gestaltet, die Patientinnen sollen nicht schon beim Betreten des Ambulatoriums mit der für eine moderne medizinische Einrichtung notwendigen komplizierten Technik konfrontiert werden.
Nachdem die Möbelwand die Büroinfrastruktur aufnimmt, kann sich die eigentliche Arbeitsplatzeinrichtung auf wenige Elemente konzentrieren: Tisch und Sessel. Effiziente Arbeit entsteht durch Kommunikation, und die entsteht beim Kaffeetrinken. Daher bildet das Zentrum der Arbeitsräume ein zentraler, heller Personalraum mit Küchenzeile und Terrasse in den begrünten Innenhof.
Mittels eines standardisierten Büromöbelprogramms wären weder diese Atmosphäre noch Raumeffizienz erreicht worden.
Projektpartner
Doris Burtscher
Standort
Wien
Baukosten
0,75 Mio